28. Dezember
Agnes Schenker-Zimmermann, Römerweg 12, Ottenhusen
Pflegeheim Rosenhügel, Hochdorf
Mitten in der Weihnachtszeit, am 28. Dezember, wurde Agnes Schenker von den Beschwerden der Alzheimerkrankheit erlöst.
Geboren und aufgewachsen ist Agnes in Ennetbürgen. Dort erlebte sie mit ihren jüngeren Geschwistern Rosmarie, Gerhard und Seppi die ersten Jugendjahre. Die junge Familie zügelte auf den Menzberg und später nach Mosen.
Mit 22 Jahren hat sie in Werner Schenker die Liebe ihres Lebens gefunden. Nach der Heirat zog das Ehepaar nach Ottenhusen ins Elternhaus von Werner. Das gemeinsame Glück wurde vollkommen, als René, Daniel, Silvia und Rita geboren wurden. Voller Stolz und mit viel Liebe und fleissigen Händen hat sie die Kinder grossgezogen. Gemeinsam das Paar während fast 40 Ehejahren viele Aufgaben gemeistert und viel G?freuts erlebt.
Die Familie war für Agnes das Wichtigste. Sie hat es wunderbar verstanden, Feste zu organisieren, spontanes Beisammensein in unvergessliche Stunden zu verwandeln.
Wenn sie sich von den vielen Familienverpflichtungen erholen wollte, fuhr sie nach Mosen zu ihrer lieben Schwester Rosmarie und Schwager Hans. Das gemütliche Beisammensein im Garten, auf dem See oder bei einem zünftigen Jass schätzte sie immer sehr.
Ihre Vielseitigkeit hat sie auch in ihr Berufsleben integriert. Einige Jahre engagierte sich Agnes lebhaft als Fachberaterin für verschiedene Firmen, insbesonderefür die Firma Rausch.
In diesen vielseitigen Tätigkeiten durfte Agnes grosse Wertschätzung und Anerkennung erfahren. Ihre positive Lebenshaltung, das gepflegte Aussehen und ihre starke Persönlichkeit wurden immer sehr geschätzt.
Auch nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes vor bald 20 Jahren wusste sie ihr Leben zu gestalten. Sie pflegte einen guten Kontakt zu den sechs Grosskindern. Die vielen tollen Ausflüge waren für alle immer eine Bereicherung und bleiben unvergesslich.
Vor fünf Jahren machte sich die heimtückische Krankheit schleichend bemerkbar. Liebevoll wurde sie von ihrer Familie in vertrauter Umgebung betreut und umsorgt. Das Krankheitsbild verschlimmerte sich, sodass für sie vor drei Jahren in der Wohngruppe im Heim Rosenhügel ein Platz gesucht werden musste.
Die regelmässigen Besuche ihrer Angehörigen haben sie immer sehr gefreut, auch wenn sie es am Schluss nur noch mit Blicken zeigen konnte.
Nun ist sie mit den drei Königen aufgebrochen, zur Krippe zu gehen. Am 6. Januar wurde sie im Familiengrab beigesetzt. Möge sie nun den ewigen Weihnachtsfrieden finden.
November 2011
Maria Willimann-Baumgartner, Pflegeheim Dösselen, früher Breite 7
In den frühen Morgenstunden des Festes zu Allerheiligen wurde Maria Willimann von ihren Alterbeschwerden erlöst.
Geboren wurde Maria als fünftes von acht Kindern am 19. März 1924 in Cham. Sie war in eher bescheidenen Verhältnissen, dafür aber mit viel Liebe, aufgewachsen. Nach der Schulzeit hatte sie sich aufgemacht, die Schweiz zu erkunden und arbeitete an diversen Orten. Nach einigen Jahren kehrte sie ins Zugerland zurück, wo sie eine Stelle in einer Wäscherei antrat. Wenige Jahre später lernte sie am Bahnhof von Cham ihren zukünftigen Ehemann, Jakob Willimann, kennen. Nach ihrer Hochzeit zog Maria zu ihrem Mann und zur Schwiegermutter nach Ottenhusen. Während Jakob bei der Firma Von Moos Stahl angestellt war, verrichtete Maria den Haushalt. Mit den Jahren vergrösserte sich die Familie. Sie schenkte einem Mädchen und zwei Söhnen das Leben. Als die Kinder grösser wurden und alle zur Schule gingen, bügelte Maria stundenweise im Restaurant Sternen die Tischwäsche. Als sich der Gesundheitszustand ihrer betagten Schwiegermutter verschlechterte, übernahm sie deren Pflege. Das hatte zur Folge, dass ein Rückenleiden aus ihrer Kindheit wieder akut wurde. Im Verlauf der Zeit, als die Kinder flügge wurden, suchte sich Maria einen anderen Job. Mit grosser Freude und viel Elan arbeitete sie in der Wäscherei der Gehörlosenschule Hohenrain. Als ihr Mann Jakob krank wurde, gab sie schweren Herzens diese Arbeit auf. Mit Hilfe der Spitex und tatkräftiger Unterstützung einiger herzensguter Nachbarn pflegte sie Jakob jahrelang, bis er dann im Jahr 1998 verstarb. Trotz ihres immer schlimmer werdenden Rückenleidens, welches ihr die alltäglichen Arbeiten immer schwerer machten, bestand sie darauf, dass ihr Enkelsohn während seiner Lehre zu ihr zum Mittagessen kam. Nach und nach wurde ihr Rückenleiden immer schlimmer. Nach einem Spitalaufenthalt musste sie ins Pflegeheim Dösselen in Eschenbach eingewiesen werden.
Gott möge Maria nun zum aufrechten Gang verhelfen und der guten Köchin einen würdigen Platz am Tisch des ewigen Gastmahls schenken.
September 2011
Agnes Stöckli-Dormann, Margrethenweg 8
Nach einem kurzen Spitalaufenthalt starb Agnes Stöckli am Sonntag, den 11. September, im Kantonsspital Luzern.
Begonnen hat ihr Leben in Eschenbach am 18. Januar 1929 als Tochter der Marie und des Anton Dormann-Odermatt. Agnes war einjährig, als ihre Eltern den Wohnsitz auf die Liegenschaft «Höhe» wechselten, wo sie zusammen mit den zwei Stiefgeschwistern, ihrer Schwester und den zwei Brüdern, aufgewachsen ist. Nach der obligatorischen Schulzeit war Agnes in verschiedenen Haushalten tätig. Im September 1955 läuteten für sie und ihren Mann Franz die Hochzeitsglocken. Das Paar konnte die Liegenschaft neben der Kirche in Pacht nehmen. Die Arbeit auf diesem Bauernhof wurde zu ihrer Lebensaufgabe. Agnes und Franz wurden glückliche Eltern von zwei Töchtern und zwei Söhnen. Mit Leib und Seele war sie Bauersfrau und half neben dem Haushalt auch in der Landwirtschaft mit. Die schönen Tagesausflüge in die Berge oder eine Passfahrt waren für sie eine willkommene Abwechslung. Eine besondere Freude bereiteten ihr später ihre elf Grosskinder, die sie als Grosi gerne verwöhnte. 1997 durften Agnes und Franz zusammen mit ihrem Sohn Franz vom renovationsbedürftigen Bauernhaus in die schöne Wohnung im Margrethenweg 8 zügeln. Dankbar konnten sie hier ihren gemeinsamen Lebensabend geniessen. Im Mai 2006 starb ihr Mann nach kurzer Krankheit. Doch für sie ging das Leben weiter. Sie freute sich an den Besuchen ihrer Töchter mit Familien und dass sie ihren achtzigsten Geburtstag feiern durfte. Dankbar für jeden Tag, den sie erleben konnte, besorgte sie den Haushalt. Sie freute sich, wenn sie bei ihrer Arbeit mit dem Kopfhörer die Musik der ?Musikwälle? hören konnte.
Eine Woche vor ihrem Tod musste sie notfallmässig ins Kantonsspital eingeliefert werden. Die unumgängliche Operation zerrte an ihren Kräften und ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich von Tag zu Tag. Nun hat sie ihre Lebensaufgabe in Gottes Hände gelegt. Am Samstag, den 17. September, wurde sie im Grabe ihres Mannes beigesetzt. Sie mögen, jetzt auch im Tode vereint, miteinander am ewigen Gastmahl zu Tische sitzen.
August 2011
Andrin Duss, Luzernstrasse 12
Andrin war das Kind der Eltern Beatrice und Marcel Duss an der Luzernerstasse 12.
Bereits bei der Geburt ist der Kleine in die Schar der Engel aufgenommen worden.
Möge er seinen Eltern ein guter Wegbegleiter sein.

Juli 2011
Hans Huber- Stocker, Ottenhusen
Als zweites von fünf Kindern erblickte Hans am 8. April 1918 in Ottenhusen das Licht der Welt.
Seine Eltern Johann und Verena Huber-Feer mussten schon bald um ihren kleinen Sohn bangen, da er, wie man sagte, eine Herzschwäche hatte. Um besser zu Kräften zu kommen hatte ihm sein Vater zuhause ein Reck erstellt, woran er sein Aufbautraining absolvieren konnte. Die Schulen besuchte Hans in Ballwil und Hochdorf. Für ihn war klar, dass er Bauer werden wollte. In der landwirtschaftlichen Schule in Sursee holte er sich das nötige Rüstzeug. Die Rekrutenschule absolvierte er als Artillerietrompeter im Jahre 1938. Stolz zeigte er seine Fotos, wo er hoch zu Pferd mit Trompete bei einem Défilée zu sehen war. Im Jahre 1939 wurde er dann, wie alle seiner Generation, in den Aktivdienst eingezogen.
Seine Trompetenkenntnisse gab er mit Herzblut als Mitglied der Musikgesellschaft Ballwil zum Besten. Blasmusik bedeutete ihm zeitlebens sehr viel und er verpasste auch später als Ehrenmitglied kein Konzert der Musikgesellschaft Ballwil. Im Pilatusklub, einer Gruppe aus Ballwiler-Kollegen, hat er als Junge seine Naturverbundenheit mit Bergwanderungen ausleben können. Dem Wehrverein stellte er seine Schiesskünste zur Verfügung, wovon viele Kränze und Kranzkarten zeugen.
Im Jahre 1949 heiratete er Josy Stocker vom Dünkel. Dem glücklichen Paar wurden die drei Kinder Hans, Sepp und Edith geschenkt. Die Familie bedeutete ihnen alles. Sie haben ihre Kinder gelehrt, dass Liebe und Zufriedenheit dem Leben einen Sinn geben und dass das Füreinander und Miteinander die Gemeinschaft stärkt. In diesem Sinne haben Hans und Josy auch miteinander den Hof bewirtschaftet, den sie im Jahre 1950 übernehmen konnten. Es war eine Freude, ihm bei der Arbeit mit seinen Bienen zuzusehen. Dabei kam seine ruhige und gelassene Art gut zum Ausdruck.
Im Jahre 1980 erlitt er nach einem Unfall im Silo eine Blutvergiftung, welche einen dreimonatigen Spitalaufenthalt mit anfänglich sehr kritischen Phasen notwendig machte. Dank seinem eisernen Willen erholte er sich jedoch gut davon.
Im selben Jahr übergab er den Hof seinem Sohn Hans, was ihn aber nicht daran hinderte, fortan tatkräftig mitzuhelfen.
Er freute sich sehr, als seine beiden Söhne heirateten und später die vier Grosskinder zur Welt kamen. Mit ihnen zu spielen oder sie aufs Feld «zum Mausen» mitzunehmen, beglückte ihn. Er erfreute sich auch, seine Enkel heranwachsen zu sehen und deren Freundinnen kennen zu lernen.
Ein schwerer Verlust war für ihn, als im Jahre 1995 sein Sohn Hans plötzlich verstarb.
Einen weiteren tiefen Einschnitt in seinem Leben musste er im Jahre 1998 mit dem Tod seiner geliebten Josy hinnehmen. Erstaunlicherweise hat er sich schnell mit der neuen Situation abgefunden. Solange die Gesundheit es ihm ermöglichte, verkürzten ihm stundenlange Märsche durch die Wälder und über Felder die Tage. Auch das Jassen hatte für ihn einen hohen Stellenwert. Es verging kaum ein Sonntag ohne einen Jass zusammen mit seiner Schwester Marie. Dabei wurde stets viel gescherzt und gelacht.
Die immer stärker zunehmenden Rückenschmerzen in den letzten paar Wochen schwächten ihn zusehends und verlangten schlussendlich einen Spitaleintritt.Trotz der liebevollen Pflege des Personals verlor er von Tag zu Tag an Lebenskraft. Bald gab er sein langes Leben dem Schöpfer zurück. Nach den langen Strapatzen des Lebens möge er nun ruhen in Frieden.

Juni 2011
Peter Bucher-Isenegger, Linggenrain 8
Für alle unerwartet ist Peter in der Nacht vom 29. Juni von uns gegangen. Als jüngstes von fünf Kindern wurde er am 4. April 1973 geboren und ist auf dem Bauernhof der Eltern Anton und Marie Bucher-Muff in Adiswil aufgewachsen. Zusammen mit seinen vier Geschwistern erlebte er eine glückliche und geborgene Kindheit. Seine Beziehung zur Natur und der Tierwelt passte zu seinem intensiven Leben, aber auch zu seinem sensiblen Wesen. Häufig traf man ihn auch als eifrigen Helfer im Stall an. Der Platz und die Wiese neben dem Elternhaus war Haupttreffpunkt für unvergessliche Abenteuer und Spiele mit den Geschwistern und Nachbarskindern. Zusammen mit seinen Brüdern war er sportlich sehr erfolgreich beim FC Gunzwil und in der Läuferriege Beromünster. Einer der grössten Erfolge war die Teilnahme an der Schweizer Jugendmeisterschaft über 1'500 Meter.
Mit seinen langjährigen Freunden besuchte er die Schule in Beromünster. Kurz vor seinem Abschied durfte er noch mit ihnen die Hochzeit eines Freundes mitfeiern.
Die Radfahrer-Rekrutenschule in Romont (FR) hat ihm überaus viel Spass bereitet. Das Militärvelo im Keller des Elternhauses erinnert immer noch an diese schöne Zeit.
Mit fast 20 Jahren lernte er Bernadette Isenegger kennen, woraus eine wunderbare Liebe entstand. Die gemeinsamen Interessen für die Natur, das Wandern und die Berge ermöglichten unvergessliche Momente. Ebenfalls wurde er in der Familie von Bernadette herzlich aufgenommen und geliebt.
Das Jawort gaben sie sich 2002 in der Kapelle Gibelflüh in Ballwil. Mit seinen geliebten Kindern Marco (2003), Silvan (2005) und Vanessa (2009) wurde sein Leben als Familienmensch bunter und lebhafter.
Für alle Kinder in der Umgebung wirkte er wie ein Magnet und er vermittelte ihnen den natürlichen Umgang mit der Natur und ihren Lebewesen. Unzählige Grillfeuer, Spiele im Wald, Hämmern, Sägen und Bauen entfachten bei den Kindern eine grosse Faszination.
Ein grosser Traum für ihn und seine Familie ging mit dem Bau des selbst geplanten Hauses in Erfüllung.
Mit der Zimmermannslehre bei der Zimmermann Holzbau AG in Herlisberg startete er seine berufliche Karriere. Die letzten neun Jahre war er bei der Nussbaumer Holzbau AG in Baar tätig. Mit Herzblut und grossem Verantwortungsbewusstsein konnte er vielfältige und anspruchsvollen Projekte leiten. Berufsbegleitend folgten der erfolgreiche Abschluss zum diplomierten Holzbau-Polier in Biel sowie die Unternehmerschulung in Zürich.
Im Kreise seiner Familie schien er glücklich und zufrieden zu sein. Mit ausgeprägtem Humor war er bekannt als lustiger Geschichtenerzähler.
Peter hat sich für einen Weg entschieden, der für uns alle unfassbar ist. Doch hoffen wir für ihn, dass er die Ruhe in Gottes Geborgenheit gefunden hat.
Juni 2011
Irene Bühlmann, Ibach, ehemals Weiherhaus
Nach langer schwerer Krankheit ist Irene im Universitätsspital Zürich friedlich eingeschlafen. Am 9. Mai 1964 wurde sie als viertes Kind von Josef und Ottilia Bühlmann-Henseler im Weierhaus in Ballwil geboren. Mit ihrer Schwester und vier Brüdern durfte sie eine glückliche und unbeschwerte Jugendzeit auf dem Bauernhof erleben. Sehr verbunden war sie mit den Tieren und der Natur.
Nach der obligatorischen Schulzeit in Ballwil und Hochdorf machte sie eine Verkaufslehre in Luzern, die sie mit Bravour abschloss. Bald darauf entdeckte sie die Freude an der Architektur, hier konnte sie ihre kaufmännischen Fähigkeiten einbringen. In ihrer Freizeit spielte sie gerne Musik und hat viele Jahre in der Guggenmusik Hohenrain mitgewirkt.
Doch schon früh musste sie sich mit der Krankheitsdiagnose Diabetes auseinandersetzen. Es kamen auch noch neue Komplikationen hinzu. So konnte sie vielen geliebten Aktivitäten nicht mehr nachgehen. Die letzten Jahre ihres Lebens waren eine Gratwanderung. Sie musste sich immer wieder nach gesundheitlichen Rückschlägen von neuem zurecht finden. Dabei verlor sie nie die Hoffnung und die Lebenskraft. Immer kämpfte sie von neuem mit dem Glauben, dass ihr das Glück auf Erden doch zur Seite stehen möge. Doch die Aufenthalte im Spital wurden immer länger, die körperlichen Kräfte immer schwächer. Nun hoffen wir, dass Irene nach all diesen Jahren des Kämpfens den Weg ins ewige Glück gefunden hat.
Juni 2011
Anton Stutz-Winiger, Heim Sonnmatt, Hochdorf
Ein langes, zufriedenes und bescheidenes Leben ist am 17. Juni 2011 zu Ende gegangen.
Anton Stutz wurde am 28. Oktober 1921, als ältestes von neun Kindern in Bertiswil geboren. Nach der obligatorischen Schule in Rothenburg besuchte er von 1934 - 1937 das Kollegium in Sarnen. Diese Zeit hat Toni sehr geprägt. Er erzählte bis ins hohe Alter Gedichte und Geschichten aus dieser Zeit. Der frühe Tod seiner geliebten Mutter schweisste die Kinder zusammen. Alle mussten in der eigenen Metzgerei in Bertiswil mithelfen. Ab und zu gönnte sich Anton einen Besuch im Restaurant Kreuz in Bertiswil. Hier lernte er auch seine zukünftige Ehefrau Marietta kennen und lieben. Ihre Heirat im Mai 1966 wurde vollendet durch die Geburt der beiden Töchter Erika und Daniela.
Anton war mit dem zufrieden, was er hatte. Er lebte seinen Bubentraum, Chauffeur zu sein, ganze 45 Jahre aus. Seine Frau unterstützte ihn dabei, indem sie während seiner Wochentouren für Haus und Kinder sorgte. Bei Schürch Transporte arbeitete Toni 43 Jahre. Mit seinem Vorgesetzten, Robert Schürch, pflegte er nicht nur ein tolles Arbeitsverhältnis, sondern eine tiefe Freundschaft bis zu seinem Tod. Wenn Anton von der Zeit als Chauffeur erzählte, leuchteten seine Augen und man hatte manchmal das Gefühl, als sässe man selber in der Lastwagenkabine. Die Wochenenden verbrachte die Familie viel im "Chüsereiener Wald" in Rain. Die Ferien machten sie viele Jahre im geliebten Grächen im Wallis.
Ein Oberschenkelhalsbruch schränkte die Mobilität von Anton ein. So war ein Umzug ins Alters- und Pflegeheim Sonnmatt in Hochdorf unumgänglich. Seine Ehefrau Marietta ist im selben Jahr nach Ballwil in seine Nähe gezogen. Von hier aus besuchte sie ihn jeden Tag. Besonders freuten ihn auch die Besuche seiner Kinder und Enkelkinder. Anton konnte sterben, so wie er sich das gewünscht hatte, ruhig und umsorgt von seinen Lieben. Nach den vielen Fahrten im Leben hat er jetzt das Ziel in Gott gefunden. Er möge ruhen im Frieden.
Mai 2011
Klaus Süess, Wissenwegen
Für uns alle kam die Todesnachricht von Klaus Süess sehr überraschend. Hat er sich doch nach einer schweren Operation recht gut erholt und auf die Chemotherapie gut angesprochen. Vermutlich konnte aber das Herz die Strapazen nicht mehr mitmachen. So wurde er am 7. Mai von seinen Leiden erlöst. Wer weiss, ob ihm doch mancher Schmerz erspart geblieben ist.
Begonnen hat sein Leben am 11. Juni 1944 in Wissenwegen. Da sein Vater früh starb, hiess es für die ganze Familie auf dem Bauernbetrieb Hand anlegen. Nach der Primarschule in Ballwil und Sekundarschule in Eschenbach erlernte er den Bauernberuf. Im Jahre 1979 übernahm er den Bauernhof und bewirtschaftete ihn zusammen mit seiner Mutter und seiner hörbehinderten Schwester Anna. Dabei konnte er immer auch auf die Hilfe seiner Brüder zählen. Gerne hätte er auch mal mit einer Partnerin den Hof bewirtschaftet, doch dieser Wunsch hat sich bei Klaus nicht erfüllt. So übergab er dann im Jahr 2000 den Hof seinem Neffen Beat. Mit dem Neubau des Hauses wurde für ihn und seine Schwester ein schönes Zuhause eingerichtet. Zusammen mit Anna durfte er noch ein paar gemütliche Jahre erleben. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie vor drei Jahren ins Pflegeheim Ibenmoos eingewiesen werden. Klaus besuchte sie immer wieder am Sonntag und sass mit ihr am Mittagstisch.
Im Januar wurde bei Klaus Krebs diagnostiziert. Mit Mut und Zuversicht ging er zur Operation und hatte sich danach recht gut erholt. Nun hat sein Lebensweg überraschend eine Wende genommen. Er wurde von Gott zum ewigen Osterfrieden gerufen. Am 13. Mai wurde er auf unserem Friedhof zur letzten Ruhe begleitet. Seine Kontaktfreudigkeit und sein Humor werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

März 2011
Krauer Alois, Heim Ibenmoos, ehemals Ottenhusen
In der Nacht zum 1. März 2011 durfte Alois im Heim Ibenmoos, umsorgt von guten Händen, friedlich einschlafen.
Begonnen hat sein Leben am 1. Mai 1943 im Spital Menziken. Seine Eltern Alois und Anna Krauer-Weber wohnten damals in Schmiedrued AG. Im Jahre 1951 zügelte die Familie nach Sternenberg im Kanton Zürich, wo die Eltern ein kleines «Bergheimetli» bewirtschafteten, welches aber schon bald verkauft wurde. Alois absolvierte dort die restlichen Schuljahre. Danach arbeitete er fünf Jahre als Strassenbauer.
Ein schwerer Schlag war für Alois der unverhoffte Tod seiner Mutter ? sie starb am 24. Dezember 1962 an einem Herzschlag. Ein halbes Jahr später musste er auch von seinem Vater Abschied nehmen, der an einem Hirntumor starb. Diese beiden einschneidenden Ereignisse gingen nicht spurlos an Alois vorbei. Es fehlten ihm der Halt und die Geborgenheit einer Familie. So versuchte er im Alkohol sein Schicksal zu vergessen. Alois und sein fünf Jahre jüngerer Bruder Josef kamen nach Ballwil in den Kramis zu ihren Stiefonkeln, den Gebrüder Weber. Ein Jahr wohnte Alois dort, dann zog es ihn weiter nach Udligenswil. Bei der Familie Gisler arbeitete er fünf Jahre auf dem landwirtschaftlichen Betrieb. Danach fand er bei der Familie Stalder im Sennenmoos, später Singeln, ebenfalls eine Anstellung in der Landwirtschaft. Im Frühling 1989 zügelte er zur Familie Vreni und Hans Huber nach Ottenhusen. Hier fand er ein neues Zuhause. Um die gleiche Zeit fand Alois in Josef Sidler, Fenkrieden, einen verständnisvollen Vorgesetzten. Der plötzliche Tod von Hans Huber, kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember 1995, weckte in ihm wieder alte Erinnerungen auf. Er war überaus froh, dass er nicht noch einmal seinen Wohnsitz wechseln musste.
Zu seinen Hobbys zählten in jungen Jahren das Seilziehen sowie das Töfffahren. Der Kulturverein Ottenhusen durfte alljährlich auf seine Hilfe und Tatkraft zählen. Besonders am Herzen lagen ihm das 1. August-Kreuz auf der Sprengi und der Aufbau des Dorffestes, besonders des Festzeltes.
Ein Velo-Unfall im Jahre 2006 brachte eine grosse Wende im Leben von Alois. Nach dem Spitalaufenthalt stand eine letzte «Züglete» an. Im Heim Ibenmoos wurde sein trockener Humor und seine dankbare, ruhige Art sehr geschätzt. Anfänglich erledigte er noch diverse kleinere Arbeiten im und ums Haus. Er unternahm Spaziergänge nach Lieli, ins Waldbeizli und die nähere Umgebung, bis er im 2009 schwer erkrankte. Diverse Spitalaufenthalte und Therapien wurden nötig. Es folgte ein Hoffen und Bangen. Für kurze Zeit galt der Krebs als besiegt, doch dann erkrankte Alois erneut und es bestand keine Hoffnung mehr auf Heilung. Wir gönnen dir den Frieden und sagen dir «Tschau».

Februar 2011
Lina Emmenegger?Glanzmann, Altersheim Menznau, ehemals Ottenhusen
Am 23. Februar wurde Lina Emmenegger im Gemeinschaftsgrab auf unserem Friedhof beerdigt.
Lina erblickte am 10. August 1918 in Doppleschwand das Licht der Welt. Sie verbrachte im Kreise der Familie mit ihren sechs Geschwistern eine lebhafte und schöne Kindheit. Nach der obligatorischen Schulzeit, welche sie in ihrem Heimatdorf besuchte, packte sie im elterlichen Haushalt sowie in der Schreinerei kräftig an. Bald darauf arbeitete sie im Haushalt auf dem Landwirtschaftsbetrieb von Josef Emmenegger im Seehus in Geiss. Schon früh lernte sie grosse Verantwortung zu übernehmen und pflegte nebenbei die kranke Frau ihres Arbeitgebers. Zudem half sie auch mit, die Tochter Marie gross zu ziehen. Nach dem Tod von Marie Emmenegger heiratete Josef die Angestellte Lina, da er in ihr eine gute Mutter für seine Tochter und eine gute Partnerin für sich fand.
Im Verlauf der Jahre wuchs die Familie um weitere acht Kinder, was für die junge Frau sehr viel Arbeit bedeutete.
1952 zog Lina mit ihrer Familie von Geiss nach Ottenhusen. Auch wenn der Landwirtschaftsbetrieb viel kleiner war, ging ihr die Arbeit nie aus.
1979 verstarb ihr Gatte Josef an einem Herzleiden. Kurz nach seinem Tode übernahm ihr Sohn Sepp den Hof. Lina zügelte ins Haus von Sohn Hans und ihrer Schwiegertochter Vreni nach Dagmersellen. Dort half sie mehrere Jahre im Haushalt sowie in der Backstube mit. Sie war frohen Mutes und stolz, wie ihre Familie immer grösser wurde. Zu ihren neun Kindern kamen 17 Grosskinder, 17 Urgrosskinder und ein Ururgrosskind dazu.
Langsam machten sich Altersbeschwerden bemerkbar. Im August 2004 entschloss sie sich, einen Ferienaufenthalt im Altersheim in Menznau zu machen. Sie merkte schnell, dass es ganz angenehm war, wenn ihr das Essen serviert wurde. Aus ihrem Ferienaufenthalt wurden schlussendlich rund sieben Jahre. Während den letzten zwei Lebensjahren liessen ihre Kräfte nach. Am frühen Morgen des 15. Februar 2011 wurde sie von ihrem Leiden erlöst.
Sie möge nun im Frieden ruhen.

Februar 2011
Josef Köpfli, Feiern
Nach kurzer Krankheit starb Josef am 10. Februar im Kantonsspital Sursee.
Am 18. September 1920 ist Josef auf dem Bauernhof Feiern auf die Welt gekommen. Zusammen mit den 15 Geschwistern, acht Mädchen und sieben Buben, ist er aufgewachsen. Der Feiernhof ist seine Welt bis zum Tod geblieben. Die Liebe zur Natur und zum Bauernberuf hat ihn von den Feiern nicht weggebracht. Zusammen mit seiner Schwester Christine und dem Bruder Juli hat er viele Jahre den Haushalt geführt und gearbeitet, bis sie später das Land verpachten mussten. Nach dem Tod seiner beiden Geschwister hat Josef alleine im Haus gelebt und den Lebensabend genossen. Einfachheit und die Zufriedenheit haben sein Leben geprägt. Die Angst, dass es bald mal nicht mehr für alles reichen würde, war bestimmt unberechtigt. In den vergangenen Jahren machten sich gesundheitliche Beschwerden bemerkbar. Josef konnte sich aber immer wieder recht gut erholen. Doch nach dem letzten Spitalaufenthalt war ein Übertritt ins Altersheim geplant. Am Morgen vor der Spitalentlassung ist er friedlich eingeschlafen. Er möge jetzt in Gottes ewiger Geborgenheit ruhen.

Januar 2011
Marie Huber-Huber, Heim Sonnmatt, ehemals Kramis
Wenige Tage vor ihrem Sterben erlitt Frau Huber einen Schlaganfall. Zuerst schien es, als ob sie sich davon erholen würde. Doch allmählich verliessen sie ihre Kräfte, so dass sie am Sonntagnachmittag friedlich einschlafen konnte.
Am 14. September 1925 wurde sie als Obernau-Krienserin geboren. In Obernau, im Stollen, wuchs das Stollen-Miggi mit zwei Brüdern und einer Schwester auf. Mit grossem Vergnügen legte sie im Winter den langen Schulweg mit wehendem Rock auf den "Fasstugeli" zurück.
Als Älteste hatte sie früh Verantwortung zu tragen und ihre Mithilfe war selbstverständlich. Während der Kriegszeit musste sie für die Familie Geld mitverdienen. Mit 16 Jahren hatte sie vier Jahre lang folgenden Tagesablauf: Zwei Stunden Fussmarsch zum Pilatus, neun Stunden Tannli setzen, Äste sammeln und räumen. Dann wieder zwei Stunden Fussmarsch nach Hause; die zum Tageslohn von neun Franken. Dazu musste sie jeweils noch zu Hause mithelfen. Traurig war sie, weil sie deswegen keine Ausbildung machen durfte. Ihre grosse Liebe galt der Handarbeit. Aufgrund dieser Erfahrung war es ihr wichtig, den eigenen Kindern eine gute Lebensgrundlage zu ermöglichen.
Mit 21 Jahren heiratete sie Alois Huber vom Sonnenberg. Zuerst bewirtschaftete die wachsende Familie den Hof Sienen am Sonnenberg. 1962 zügelte die Familie nach Ballwil, wo ihr Mann den Hof im Kramis übernahm. Elf Kindern haben sie das Leben geschenkt. Ein Kind herzugeben ist schwer, egal wie gross die Kinderschar ist. So waren alle tief traurig, als 1967 Werner mit zwölf Jahren einem Verkehrsunfall zum Opfer fiel. Über die Jahre erweiterten 27 Grosskinder und elf Urgrosskinder ihre Familie.
Für Marie Huber war das Anpacken in Haus und Hof selbstverständlich. Keine Arbeit war ihr zu viel: Ob am frühen Morgen den Holzofen in Gang zu setzen, den Waschkessel einzuheizen, die viele Wäsche von Hand zu waschen, für die grosse Familie mitsamt Grosseltern, Tanten und Knechten zu kochen. Sie hatte enorm viel gearbeitet. Ihr Einsatz von morgens früh bis abends spät war gefragt. Im Januar 1997 verlor sie ihren Ehemann Alois an einem Herzstillstand. Für sie aber ging das Leben bescheiden weiter. Sie freute sich an kleineren Ausflügen, an Familienfesten, am Spiel der Krienser Zither und an der regelmässigen Teilnahme am Seniorenturnen. Als dann ihre Kräfte sie immer mehr verliessen, war ein Übertritt ins Altersheim unumgänglich. Fast zwei Jahre lebte sie im ?Hotel Pflegeheim Sonnmatt?, wie sie es nannte, wo sie gut und liebevoll betreut wurde. Ab und zu war sie traurig, weil sie den Kramis mitsamt den Aufgaben vermisste. Nun durfte sie ihr arbeitsreiches Leben Gott dem Schöpfer zurückgeben. Er möge sie für all ihre Strapazen belohnen.

Dezember 2010
Marie Huber-Schurtenberger, Betagtenzentrum Dösselen, Eschenbach
Mitten in der Weihnachtszeit durfte Marie Huber heimgehen in den ewigen Weihnachtsfrieden.
Marie Huber wurde als jüngstes von drei Kindern, am 2. März 1919, in Aesch am Hallwilersee geboren. Die Familie zog einige Jahre später nach Ballwil. Zusammen mit den beiden älteren Brüdern erlebte sie eine unbeschwerte Kindheit.
Im Anschluss an die Volksschule durfte Marie als fleissige und wache Schülerin eine Lehre als Damenschneiderin beginnen, was ein Glücksfall für ihr ganzes Leben war.
Am 15. April 1941 läuteten in der St.Karli Kirche in Luzern die Hochzeitsglocken. Das junge Paar Huber zog ins elterliche Haus «Sonnenblick» ein, ein Steinwurf neben der Dorfkirche.
In den Jahren 1943 bis 1950 schenkte sie drei Söhnen das Leben. Der Tagesablauf war Arbeit und stille Pflichterfüllung für die Familie. Da ihr Mann in den 60er Jahren als Sakristan tätig war, half sie als unermüdliche Helferin im Kirchendienst mit.
Neben der Arbeit für Familie und Kirchendienst nahm sich Mutter Marie bis ins hohe Alter Zeit zum Nähen, Stricken und Schneidern. Auch war sie fast bis zuletzt eine leidenschaftliche, aber stets faire, Jasserin. Trotz Altersdemenz konnte sie bis wenige Tage vor dem Tod noch alle Karten benennen.
Im Jahr 1990 starb ihr Mann. Nach sechs Jahren bezog Marie eine Alterswohnung in der neuen Siedlung Schlossmatte. Während acht Jahren durfte sie dort das Leben noch einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Getragen von der Gemeinschaft konnte sie mit kleinen Reisen und fröhlichen Festen viele schönen Begegnungen erleben und einen schönen Lebensabend verbringen. Dazu gehörte auch der herzliche Kontakt mit den neun Grosskindern.
Nach ihrem 85. Geburtstag brauchte Marie immer mehr Betreuung. Sie wurde im Betagtenzentrum Dösselen in Eschenbach während rund sechseinhalb Jahren liebevoll betreut und umsorgt.
Jeder Besuch machte ihr Freude und ihr Gesicht strahlte, besonders bei den Besuchen der Gross- und Urgrosskindern.
In den letzten Wochen des zu Ende gehenden Jahres hatten ihr Lebenswille und ihre Kräfte sichtlich nachgelassen. So durfte sie am 27. Dezember ruhig und friedlich einschlafen.
Hoffen wir für Marie, dass sie zusammen mit den Hirtinnen und Hirten einen schönen Platz für die Anbetung bei der Krippe gefunden hat.

November 2010
Seppi Hügi-Blättler, Abtwilstrasse 2
Seppi kam am 14. Mai als Einzelkind im Heiterhus in Eschenbach auf die Welt. Die Primarschule besuchte er in Ballwil und die Sekundarschule in Eschenbach. Bald entdeckte er die Welt des Sports. Dies kam nicht von ungefähr, denn sein Nachbar Leo Amberg übte den Radrennsport sehr erfolgreich aus. Der Dritte der Tour de France von 1937 musste Seppi mächtig Eindruck gemacht haben. Denn schliesslich nahm er auch wettkampfmässig am Baldeggerseelauf teil und beendete diesen auf dem 3. Schlussrang.
Sein Interesse galt auch dem Fussball, den er bis zuletzt verfolgte. Noch am Sonntag vor seinem Tode fragte er seine Frau Rosmarie am Telefon nach dem Spielstand des Spitzenkampfes Luzern ? Basel. Seinen versteckten Humor zeigte sich immer wieder in Fussballdiskussionen. Er stellte sich bei unbekannten Personen jeweils als Seppe Hügi vor, welcher eine Legende des Schweizer Fussballs war.
Seine grösste sportliche Leidenschaft aber gehörte dem Schiesssport. Unzählige kantonale und nationale Auszeichnungen zeugen von seiner Präzision. Seppi Hügi war auch mehrfacher Sieger des Jahresklassements des Wehrvereins Ballwil-Ottenhusen, dem heutigen Schützenverein Ballwil. In diesem Verein fühlte er sich sichtlich wohl und er engagierte sich auch dementsprechend. Sein jahrelanges Engagement wurde dafür mit der Ehrenmitgliedschaft honoriert.
Treue war für Seppi Hügi mehr als eine Floskel. Dies bewies er in seinem Berufsleben als Kaufmann. Mehr als 45 Jahre arbeitete er für das Metzgercenter in Kriens. Treu war er nicht nur gegenüber seinem Arbeitgeber, sondern auch zu seiner Rosmarie, mit der er 1960 den Bund der Ehe schloss. Die goldige Hochzeit im Januar dieses Jahres war ein wunderbares Geschenk für das, man darf es ruhig erwähnen, Bilderbuchehepaar. Die Töchter Evi und Susi, sowie Sohn Walter, wurden mit viel Liebe zu aufrichtigen Menschen erzogen. Auch die Beziehung zu seinen Schwiegersöhnen Gavino und Toni war äusserst herzlich. Dass ihn die beiden als Vaterersatz bezeichneten, war ein stolzes Kompliment und bedeutete ihm viel.
Nach seiner Pensionierung widmete er sich vermehrt Haus und Garten.
Kurz nach seinem 90. Geburtstag begannen seine Kräfte nachzulassen. Dass er den 80. Geburtstag seiner lieben Frau Rosmarie am 27. Oktober mit ihr verbringen durfte, machte ihn glücklich. Doch sein Herz spürte die Strapazen des arbeitsamen Lebens. Nach einem dreiwöchigen Spital- und Heimaufenthalt durfte Seppi am Donnerstagmorgen, 18. November friedlich einschlafen.

November 2010
Arnold Martin, Gorgen
Wer hat ihn nicht gekannt, Martin, den MMenschenbagger" vom Baugeschäft Wiederkehr.
So wurde er im Volksmund genannt. Jahrzehntelang hat er in den Gräben von Ballwil mit Pickel und Schaufel die Erde heraus geschaufelt.
Martin ist am 15. Juni 1945 in Fenkrieden auf die Welt gekommen, ist dort aufgewachsen und in die Schule gegangen. Nach der obligatorischen Schulzeit arbeitete er in Rotkreuz auf dem Bau, bis er im Süessholz auf dem Bauernhof der Familie Bucher als Knecht angestellt wurde. Als die eigenen Söhne im Betrieb mitarbeiten konnten, kam Martin nach Ballwil zur Firma Josef Wiederkehr und später zu seinem Sohn Kurt. Hier wurde er 31 Jahre lang als treuer und zuverlässiger Mitarbeiter geschätzt. Es gibt wenige Gräben in Ballwil, wo er nicht bei jedem Wind und Wetter unten stand und den Aushub machte. In all diesen Jahren hatte Martin bei Marie Wiederkehr ein Zimmer gemietet und durfte dort auch zu Tische sitzen.
Vor vier Jahren liess sich Martin frühzeitg pensionieren. Seither genoss er es mit dem Generalabonnement in der Schweiz herum zu fahren, Bekannte zu besuchen und sich in irgendeinem Restaurant verwöhnen zu lassen. So war es auch an jenem Freitag, als er nach einer Tagesreise noch einen Abstecher im Sternen machte und dann mit seinem berühmten Töff nach Hause fuhr. Nach einem schweren Herzinfarkt hat er in derselben Nacht die letzte Reise ins Jenseits angetreten.
Wer weiss, vielleicht fehlte für kommende Weihnachten bei der Krippe noch der Hirt Martin. Möge ihm Gott jetzt einen angenehmen Platz geben mit gutem Blick auf das Geschehen in der Krippe.
Oktober 2010
Franz Arnet-Bucher, Betagtenzentrum Dösselen, ehemals Schlossmatte 12
Nach einem langen Lebens- und Leidensweg durfte Franz am Dienstag, den 12. Oktober für immer einschlafen.
Sein Start ins Leben war nicht so einfach. Geboren wurde Franz am 6. Mai 1916 in Zell LU. Seine Eltern kannte er nicht, seinen Vater sah er erst auf dessen Totenbett. Die Jugend verbrachte er als Verdingbub auf verschiedenen Bauernhöfen. Nicht alle waren gut zu Franz.
Von 1947 bis 1955 arbeitete Franz in der damaligen Knopffabrik in Euthal. 1947 heiratete er die Witwe Katharina Bucher aus Geuensee. Sie brachte vier Kinder in die Ehe mit und zusammen mit Franz hatten sie weitere drei Kinder. Auch während der Ehe verlangte das Schicksal viel von ihm. Frau und Kinder wurden oft von Krankheiten heimgesucht.
1953 zog die Familie nach Abtwil AG, nachdem er bei der Firma Gehrig Ballwil eine gute Anstellung fand. Dort konnte er seine beruflichen und menschlichen Qualitäten voll einsetzen und weiter entwickeln.
Um die Arbeitswoche produktiver zu gestalten, ging er jeweils schon am Sonntagabend den Ofen in der Malerei einschalten.
Als Franz seine geliebte Frau im Jahre 1984 verlor, meisterte er viele Jahre seinen Haushalt allein. In seiner Freizeit pflegte er seine Hobbys: Velofahren, Handwerken, Teppichknüpfen und später dann auch das Malen. Noch im Altersheim malte er wunderschöne Mandalas. Ab 1988 plagten ihn gesundheitliche Beschwerden, so dass 2007 ein Eintritt ins Pflegeheim unumgänglich war.
Seit einem Jahr konnte er nach mehreren Hirnschlägen nicht mehr sprechen. Er war einseitig gelähmt und verlor nach und nach seine Selbständigkeit. Doch seinen Lebenswillen, seinen Humor und seine Dankbarkeit konnte er auch nonverbal klar ausdrücken.
Nach all den Strapazen des Lebens möge Franz nun in Gottes ewigem Frieden ruhen.
Oktober 2010
Maria Manzocchi-Forster, genannt Miggi, Ambar 1
Ein langes und arbeitsreiches Leben ist am Freitag, den 8. Oktober zu Ende gegangen.
Am 9. Januar 1924 wurde Maria als Tochter von Maria und Franz Forster-Schnyder geboren. Gemeinsam mit fünf Geschwistern und zwei Halbgeschwistern ist Miggi im Gasthof Sternen in Ballwil aufgewachsen. Gastfreundschaft, grosszügige Bewirtung und Anpacken, wo immer es nötig war, lagen ihr von klein auf im Blut. Nach dem Schulabschluss folgte ein Aufenthalt in einem Institut in Belgien.
Anschliessend arbeitete sie im "Sternen", dabei lernte sie schon bald Bruno Manzocchi aus dem Tessin kennen. Für die damalige Zeit war das eine ziemlich exotische Verbindung. Der junge Schreinergeselle arbeitete damals bei Niklaus Dora, von dem er später den Schreinereibetrieb und das Wohnhaus erwarb. Um sich Italienischkenntnisse anzueignen, arbeitete Miggi als Hausangestellte bei der Familie Bella in Ponte Tresa. Im Jahre 1946 heirateten Miggi und Bruno in der Pfarrkirche Ballwil. In den folgenden Jahren kamen fünf Töchter und ein Sohn zur Welt. Anfänglich lebte die junge Familie in äusserst kargen materiellen Verhältnissen.
1957 durfte die Familie die neu erstellte Wohnung über der Schreinerei beziehen. Miggi schätzte dort besonders die Annehmlichkeiten eines Badezimmers sowie die erste Waschmaschine. Nach der Übergabe der Schreinerei an Sohn Bruno im Jahre 1978 kehrte sie mit ihrem Mann und der jüngsten Tochter Petra ins Dreifamilienhaus zurück.
Nebst den vielfältigen Aufgaben für die grosse Familie erledigte sie auch die kaufmännischen Belange der Schreinerei und verköstigte während vieler Jahre die Mitarbeiter. Sie pflegte mit Hingabe den Garten, wobei ihr besonders die Rosen am Herzen lagen. Als die Kinder ausgezogen waren, arbeitete sie mehrere Jahre lang als "Chäslifrau" bei der Firma Ottiger.
Miggi war während 17 Jahren Vorstandsmitglied des Frauen- und Müttervereins. Während dieser Zeit wurde der Verein "Frohes Alter" gegründet.
Zudem war sie während einigen Jahren für den "Mittagstisch" im Einsatz. Sie kümmerte sich auch regelmässig um sozial benachteiligte Dorfbewohner.
Während 27 Jahren war sie aktives Mitglied des Kirchenchores und erlangte sogar die Ehrenmitgliedschaft. Ausserdem sang sie auch viele Jahre im Frauenchörli.
1988 starb ganz plötzlich ihr Mann Bruno. Mit der Zeit lernte Miggi über diesen Verlust hinweg zu kommen und ihr Leben neu zu gestalten. Im Jahre 2009 musste sie den Tod ihrer Tochter Elvira verkraften.
Zunehmend geschwächt und eingeschränkt durch ihre Altersbeschwerden verbrachte Miggi die letzten Jahre im Altersheim Sonnmatt Hochdorf. Nun wurde sie von ihren Leiden erlöst.
Nach den Strapazen des Lebens möge Gott ihr nun einen Platz am Tisch des ewigen Gastmahls schenken und sie bedienen.
September 2010
Willy Odermatt-Egli, Hochdorfstrasse 3
Am Morgen des 13. September hatte Willy die letzten Vorbereitungen für den Alpabzug in Sörenberg getroffen. Doch für ihn folgte nicht der Heimweg nach Ballwil, sondern der Heimgang zu Gott.
Am 6. August 1945 begann sein Leben. Gemeinsam mit seinen beiden jüngeren Brüdern Walter und Theo erlebte er seine Kindheit in Ballwil. Schon zu dieser Zeit widmete er sich den Tieren und holte Kraft aus der Natur. Nach der Schule entschloss er sich, die Käserlehre zu machen. In Inwil und Hohenrain hatte er sich die Berufskenntnisse angeeignet. In dieser Zeit engagierte er sich auch in der damaligen Jungwacht. Nach der Lehrzeit fand er in Ruswil eine neue Anstellung. Dort lernte er Marie-Theres Egli kennen und lieben. Die beiden heirateten 1975 und im Laufe der Jahre wurden sie glückliche Eltern von zwei Töchtern und einem Sohn.
In der ?Emmi? fand er seine Arbeitsstelle, der er während 37 Jahren, bis zu seiner Pensionierung, treu blieb. Nebst der Familie verbachte er die freie Zeit im Zusammensein und Singen mit den Kameraden im Jodelclub Maiglöggli, Emmichörli und dem RUECH (Rustikales Unterebersol Chörli), das er mitgegründet hatte.
Sein grösster Wunsch, Grossdäddy zu werden, ist ihm im Oktober 2009 mit der Geburt von Timon erfüllt worden. Ebenso ging sein Kindetraum, einmal nach seiner Pensionierung auf die Alp gehen zu können, in diesem Sommer in Erfüllung.
Als der neue Tag angeborchen war, kehrte er heim zu Gott. Im Lichte und in der Freude Gottes möge Willy nun geborgen sein.
September 2010
Louise Winiger - Schuler, Linggenstrasse 3
In den Abendstunden des 6. Septembers gab Louise Winiger-Schuler ihr Leben dem Schöpfer zurück.
Am 18. Februar 1933 kam sie zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Maria in Morschach zur Welt. Bereits acht Tage später starb ihre Mutter Marie Schuler-Betschart. Nun sorgten die Tanten Lena und Elise liebevoll für ihr Wohl.
Ihr Vater Franz Schuler lernte bald darauf Louise Baumgartner kennen und heiratete sie. Ein Jahr später wurde Bruder Franz geboren. Bereits nach seiner Geburt zeigten sich bei der Mutter deutliche Spuren der Krankheit Multiple Sklerose.
Im Jahre 1937 übersiedelte die Familie von Morschach nach Ballwil. Der Hof Mettenwil wurde ihr neues Daheim. Da sich der Gesundheitszustand der Mutter stark verschlechterte, lernten alle Kinder früh bei den vielen Aufgaben in Haus und Hof mitzuarbeiten.
Bereits nach der Abschlussklasse führte Louise, 14-jährig, den Haushalt selbständig und unterstützte auch ihren Vater auf dem Hof.
Mit 16 durfte sie im Kloster Fahr den Winterkurs der Bäuerinnenschule besuchen. Dort entwickelte sie ihre handwerklichen Talente. Ab jetzt nähte sie ihre ganze Garderobe selber. Eine willkommene Abwechslung war das Mitsingen im Kirchenchor Ballwil. Bei den Proben zu einem Theater in Ballwil bahnte sich zwischen ihr und Alois Winiger eine Liebesbeziehung an. Sie heirateten am 15. September 1955 und übernahmen eine Pacht in Hörhausen (Kanton Thurgau).
Bereits nach zwei Jahren wollte der Eigentümer den Betrieb wieder selber bewirtschaften. Die junge Familie mit ihren zwei Söhnen Alois und Seppi machte sich auf die Suche nach einem neuen Hof und fand ein Zuhause auf dem Betrieb in Wiedenhub Schönholzerswilen. Die Geburt der beiden Töchter Doris und Pia vervollständigten das Familienglück.
Schweren Herzens folgte im Jahre 1965 erneut die Betriebsauflösung und die Steigerung von Vieh und Fahrhabe. Anschliessend kehrte die Familie zurück ins Seetal und wohnte zwei Jahre in Oberebersol bei Hohenrain.
1967 fand die Familie in Ottenhusen einen neuen Pachtbetrieb. Nun hatte Louise wieder einen grossen Garten. Sie genoss es, Blumen und Gemüse zu pflanzen.
Für die Grosskinder war jeder Besuch in Ottenhusen ein Fest.
Kurz nach dem 60. Geburtstag ihres Mannes Alois zeigte sich bei ihm eine schwere Krankheit. Durch die liebevolle Pflege von Louise erfüllte sich sein Wunsch, daheim sterben zu können.
Innerhalb von zehn Tagen folgten die Beerdigung, die Auflösung des Hofes, die Versteigerung des Inventars und der Umzug in eine Wohnung im Nachbarhaus.
Vermutlich haben all die schweren Schicksalsschläge das Herz von Louise doch stärker belastet, als man glaubte.
Zehn Jahre blieb sie noch in Ottenhusen, bis sie eine neue Wohnung in der Linggenstrasse fand. Dies war für sie ein Heimkommen an den Ort ihrer Kindheit. Nun konnte sie sich ihren lange gehegten Wunsch erfüllen, das Klöppeln zu lernen. In unzähligen Stunden verfeinerte sie ihr Können und klöppelte bald feinste Spitzen. Bei kniffligen Näharbeiten an Fasnachtskleidern, Kleideränderungen und defekten Reissverschlüssen half sie mit Rat und Tat. Viel Zeit verbrachte Louise mit ihrer Familie und mit ihrem Freundeskreis.
Blumen und Gemüse wuchsen nun in Töpfen auf dem Balkon. So wusste sie den Lebensabend zu geniessen.
Doch völlig unerwartet starb Louise während der Zubereitung des Abendessens am Abend des 6. September. Ihre Stubenuhr, die sie seit der Hochzeit begleitet hatte, blieb um 18.57 Uhr stehen.
Juli 2010
Benno Wiederkehr, Mörlistrasse 9, Giswil
Es war der Wunsch von seinen Eltern Doris und Anton Wiederkehr- Bühler, Luzernerstrasse 6, ihren Sohn hier in Ballwil beerdigen zu lassen.
Benno starb am 4. August an einem Herzversagen in seiner Wohnung in Giswil.
Am 11. August 1971 kam er auf die Welt und wuchs in Eschenbach auf, wo er die Schulen besuchte. Nach der obligatorischen Schulzeit machte er bei der Firma Auto Koch die Lehre als Serviceman. Später arbeitete er in der Papierfabrik Perlen. Die letzten fünf Jahre war er bei der Firma Roth in Küssnacht am Rigi tätig.Vor sieben Jahren hatte er schon einmal einen Herzstillstand, von dem er sich gut erholte. Nun hat sein Herz für immer aufgehört zu schlagen. An seinem Geburtstag wurde er in unserem Gemeinschaftsgrab beigesetzt. Benno möge nun die ewige Heimat in Gott finden.
Mai 2010
Moritz Winiger-Huber, Linggen 7
Am 10. Mai ist Moritz an seinem Arbeitsplatz tragisch verunglückt und am Samstag, den 15. Mai haben wir ihn auf unserem Friedhof zum Grab begleitet.
Moritz wurde am 5. März 1958 als sechstes von 13 Kindern den Eltern Xaver und Anna Winiger-Müller auf dem Schlosshof geschenkt. Zusammen mit seinen fünf Brüdern und sieben Schwestern verbrachte er eine glückliche und unbeschwerte Kinder- und Jugendzeit. Schon früh galt seine Aufmerksamkeit den Tieren im Stall und den Pflanzen in der Natur. So schien es naheliegend, dass er nach der Schulzeit den Beruf des Landwirts erlernte. Das Lehrjahr bei Franz Elmiger und die Winterkurse an der LMS in Hohenrain blieben ihm in guter Erinnerung.
Die RS im Jahr 1978 absolvierte er in Luzern bei der Infanterie. 1980 trat er in die Fussstapfen seines Vaters und leistete in der Feuerwehr während 23 Jahren seinen Dienst.
Das Trompetespielen in den Musikgesellschaften Ballwil und Eschenbach gehörte zu den grössten Leidenschaften von Moritz. Nächstes Jahr hätte er für 40 Jahre aktives Musizieren geehrt werden können.
Ein tiefer Einschnitt in seinem Leben war der frühe Tod seiner Mutter. Sie starb völlig unerwartet, als Moritz 21 Jahre alt war und das jüngste Kind Marlene in den Kindergarten ging. Die Mutter hinterliess eine riesige Lücke in dieser grossen Familie.
Vor der Festanstellung bei der Perlen Papier AG arbeitete Moritz mehrere Jahre als selbständiger Betriebshelfer. Bei einem solchen Einsatz lernte er im März 1987 Barbara Huber kennen und lieben.
Am 24. August 1996 läuteten in der Pfarrkirche Ballwil die Hochzeitsglocken. Gross war seine Freude, als 2002 Patricia, 2005 Alexandra und 2007 Rebecca das Licht der Welt erblickten. Sein Stolz und die Freude an den Mädchen waren riesengross. Jeden Abend erzählte er ihnen vor dem Schlafengehen lustige oder spannende Geschichten.
Moritz war auch im Linggen mit Leib und Seele Bauer geblieben. Hatte er doch für seine Kaninchen eigenes Heu gemacht und viele Obstbäume gepflanzt. Jedes Kind bekam zur Geburt einen gepflanzt. Mit seiner Hilfsbereitschaft stand er Verwandten und Freunden bei anstehenden Arbeiten auf ihren Höfen gerne zur Seite.
Die neue Anstellung bei der Gotthard Schnyder AG in Emmen gefiel Moritz sehr gut. Seine Vorliebe galt der Betriebsbahn, da konnte er auf jahrelange Erfahrung zurückgreifen. Er konnte nicht ahnen, dass er sein Leben durch ein tragisches Unglück mit der Bahn dem Schöpfer zurückgeben muss. Moritz hinterlässt - wie schon seine Mutter - in seiner Familie eine riesige Lücke!
April 2010
Martin Brugger, Dorfstrasse 19
Durch einen tragischen Unfall ist Martin in der Nacht vom 28. April ums Leben gekommen.
Am 1. September 1958 hatte er das Licht der Welt erblickt. Mit seinen lockigen Haaren war er der ganze Stolz seiner Eltern. Diese besassen das Restaurant Linde in Bellach. Mit elf Jahren zog die Familie ins Luzernische, nach Baldegg. Nach der Sekundarschule besuchte Martin das Kollegium in Pruntrut. Später lernte er Koch im renommierten Restaurant Schützenhaus auf der Allmend Luzern. Es folgten verschiedene Lehr- und Wanderjahre in der Gastronomie, unter anderem auch im elterlichen Betrieb. In dieser Zeit gründete er mit Monika eine Familie und wurde 1987 Vater von Lukas und zwei Jahre später von Simon. Seine Söhne waren sein grosser Stolz und er hatte sich immer für sie eingesetzt, auch nachdem Monika und er getrennte Wege gingen. Martin betreute auch mehrere Jahre die Gastronomie im Gemeindesaal Ballwil und stand allen mit Rat und Tat zur Seite, die ein Anliegen an ihn herantrugen. Er hatte immer den Drang, sich weiter zu entwickeln und Neues zu lernen. Deshalb absolvierte er unter anderem die Ausbildung zum Marketingleiter und später zum Verkaufsleiter.
Seine berufliche Heimat fand er im Jahr 2005 bei der Firma Winterhalter Gastro-Geschirrsysteme im St. Gallischen Rheintal.
Wie in der Firma so auch im Privatenhat er sich um die Anliegen der Mitmenschen gekümmert, war immer für einen Rat oder eine Unterstützung bereit. Nun ist seine suchende Seele unerwartet in die göttliche Dimension aufgenommen worden.
Gott möge ihn jetzt einladen zum ewigen Gastmahl.
Viktor Zihlmann-Müller, am Bach 8, Ottenhusen
Ganz überraschend starb am 19. April im Heim Ibenmoos Viktor Zihlmann-Müller. Begonnen hat sein Leben am 23. September 1937 in Hergiswil bei Willisau. Er war der älteste Sohn von Maria und Viktor Zihlman-Wechsler. Als er vierjährig war, zog die Familie nach Schwarzenberg. Zusammen mit seinen sechs Schwestern und zwei Brüdern verbrachte er eine glückliche aber strenge Jugendzeit. Nach der Schulzeit arbeitete er auf verschiedenen Landwirtschaftsbetrieben. Als er im Jahre 1961 bei Theodor Müller in Müswangen eine neue Stelle fand, lernte er dort seine zukünftige Frau kennen. Im Oktober 1964 heirateten sie in Gormund. Gross war die Freude, als sie im Laufe der Jahre glückliche Eltern von vier Töchtern und drei Söhnen werden konnten. Die junge Familie zügelte zuerst für drei Jahre nach Rain und dann nach Kleinwangen auf eine Pacht. Als diese 1993 gekündigt wurde, musste er sein ganzes Hab und Gut versteigern. Zum Glück fand er dann bei der Firma Klaus Beer eine neue Anstellung. Zusammen mit seinem Sohn Sepp erwarb er sich ein Eigenheim in Ottenhusen. Hier hat er sich bald einmal gut eingelebt und machte aktiv im Dorfleben mit. Der plötzliche Tod seiner Tochter Marianne mit erst 24 Jahren war für ihn ein schwerer Schlag. Doch freute er sich dann wieder an den Grosskindern, mit denen er viele gemeinsame Stunden verbringen konnte.
Am 1. Februar erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholen konnte. Trotz allen Anstrengungen wurde dann die Einlieferung ins Heim Ibenmoos unumgänglich. Schon nach wenigen Tagen durfte er dann in den ewigen Osterfrieden eingehen.
Anna Furrer-Meier, Schlossmatte 10
Am Abend des Hohen Donnerstag beklagte sich Anna plötzlich über starke Kopfschmerzen und verlor in kürzester Zeit ihr Bewusstsein. Die Einlieferung ins Kantonsspital konnte sie nicht mehr retten. Friedlich und ohne Schmerzen verstarb Anna am Karsamstagmorgen.
Am 26. Dezember 1927 erblickte Anna Furrer in der Holzweid in Schongau das Licht der Welt. Auf dem Bauernhof ihrer Eltern Ida und Xaver Meier-Haas erlebte sie mit ihren vier Schwestern eine glückliche Kind- und Jugendzeit.
Nach ihrer Schulzeit arbeitete Anna als Hausangestellte bei verschiedenen Familien. Da sie besonders gern und gut kochte, bekam Anna eine Arbeitsstelle als Köchin im Restaurant Löwen in Eschenbach, wo es ihr sehr gut gefiel.
Dort lernte sie 1948 ihren zukünftigen Ehemann Jost Furrer kennen und lieben. Nach vier Jahren heirateten die beiden in der Kapelle Gormund. Sie führten eine glückliche und harmonische Ehe. Im Lauf der Jahre kamen die Töchter Annelyse, Pia, Irene, Erna, und Helene zur Welt. Auf ihre fünf "Meitschi" war Anna immer sehr stolz. Anna war ihnen eine liebevolle Mutter und gute Freundin. Auch die Schwiegersöhne wurden herzlich in ihre Familie aufgenommen.
In ihrer Freizeit beschäftigte sich Anna viel mit ihrem grossen Gemüse- und Blumengarten. Auf die Ernte war sie immer sehr stolz.
Nähen war ihr grosses Hobby. Für ihre Töchter schneiderte und nähte Anna viele Jahre alle Kleider selber. Für ein Modehaus in Luzern nähte sie Kinderkleider und war deshalb immer auf dem neusten Stand, was den Schnitt und die Mode betraf.
Im Jahre 1965 zügelte die Familie von Eschenbach nach Ballwil ins neue Verwaltungsgebäude der Firma Tschupp. Dort übernahm Anna die Hauswartstelle. Dreissig Jahre lang reinigte sie die Büros und pflegte die Umgebung mit grosser Sorgfalt. Sie war der gute Geist des Hauses. Ihre Zuverlässigkeit und die Hilfsbereitschaft wurden allseits geschätzt.
Besonders glücklich war Anna, als nach und nach ihre acht Grosskinder auf die Welt kamen. Anna liebte ihre Grosskinder über alles und die Grosskinder liebten ihr Grossmami oder ihre "Mamama".
Im 1995 wurde der Haushalt im Oberdorf aufgelöst. Anna und Jost zügelten in eine Alterswohnung in die Schlossmatte. Da sass sie gerne auf ihrem schönen Balkon und genoss die Sicht in die Berge.
In der Schlossstube organisierte Anna jeden Dienstag-nachmittag den Kaffeehöck. Wenn immer möglich, nahm sie am Altersturnen und am Mittagstisch teil. Anschliessend konnte es bei einem gemütlichen Jass oft spät werden.
Kurz nach dem Umzug in die Schlossmatte machte sich bei ihrem Ehemann Jost eine heimtückische Krankheit bemerkbar, an der er drei Jahre später un-erwartet rasch verstarb. Für Anna war es ein schwerer Schicksalsschlag, ihren geliebten Jost so früh zu verlieren. Dank der Unterstützung durch ihre Familie und dank der vielen guten Freunde, die sie immer wieder besuchten oder für einen Ausflug abholten, wurde dieser Verlust etwas gelindert.
Mit ihren Töchtern konnte sie in den letzten Jahren immer wieder schöne Reisen ins nahe Ausland unternehmen. Darüber freute sie sich sehr und es wurde jedes Mal ein unvergessliches Erlebnis.
Nun hat sie die letzte Reise angetreten. Im österlichen Frieden möge sie jetzt das Wiedersehen mit ihrem geliebten Jost erleben.
März 2010
Emma Müller-Zurkirch, Altersheim Rosenhügel, ehemals Tannenfels
Am 11. Juni 1918 wurde Emma als Tochter der Emma und des Edy Meyer-Brechbühl in Hochdorf geboren. Nach der obligatorischen Schulzeit ging sie für ein Jahr ins Internat nach Fribourg. Nach der Rückkehr arbeitete Emma im elterlichen Coiffeursalon mit und hatte nebenbei auch als Serviceangestellte gearbeitet.
Im Jahre 1945 heiratete Emma Jakob Zurkirch. Zusammen durften sie glückliche Eltern werden von Bruno und Rita. 1954 zügelte die Familie nach Stansstad, wo sie einen "Tante-Emma-Laden" eröffnete.
Auch war sie die erste Frau im Kanton Nidwalden, welche die Autoprüfung absolvierte. Das Auto bedeutete ihr sehr viel. Von dem konnte sie sich erst vor wenigen Jahren trennen.
Aus gesundheitlichen Gründen ihres Mannes musste die Familie 1959 wieder zurück nach Ballwil zügeln. Im gleichen Jahr starb ihr Mann Jakob an einem Herzversagen. Um den Lebensunterhalt ihrer Familie zu finanzieren, arbeitete sie als Verkäuferin in Luzern. Nach drei Jahren heiratete sie Josef Müller und zusammen durften sie dann auch noch Eltern von Werner werden. Obwohl das Haus Tannenfels etwas ausserhalb von Ballwil liegt, hat Emma die Verbundenheit mit dem Dorf gepflegt. Sie machte Heimarbeit und die verschiedenen Ausflüge bedeuteten ihr sehr viel. Als ihr zweiter Mann Sepp 1997 verstarb, verlor sie den Mut nicht. Sie wirkte mit im Frauenturnen, nahm teil an den verschiedenen Ausflügen und ging regelmässig nach Schinznach Bad.
Als dann die Altersbeschwerden immer häufiger wurden, war ein Umzug ins Heim Rosenhügel unumgänglich. Hier hatte sie sich recht gut eingelebt. Doch von einem Sturz erholte sie sich nicht mehr und ist dann am Joseftag, am 19. März, im Alter von 91 Jahren friedlich eingeschlafen.
Februar 2010
Margrit Helfenstein, Himmelrichstrasse, Luzern
Margrit Helfenstein erblickte das Licht der Welt am 20. Oktober 1923 in Ballwil. Damals führten ihre Eltern, Johann und Anna Helfenstein-Arnold, das Restaurant Sonne in Ballwil. Bevor sie ihren Wohnsitz nach Luzern verlegte, wohnte sie noch an der Hohenrainstrasse 13. Die Verbindung mit Ballwil hat sie nie abgebrochen. So war es auch ihr Wunsch, hier im Familiengrab beigesetzt zu werden.
Am 16. Januar ist Margrit in ihrer Wohnung friedlich für immer eingeschlafen und wurde am 3. Februar auf unserem Friedhof beerdigt.
Gott schenke ihr jetzt ewige Heimat.
Januar 2010
Hans Weber-Kunz, Sonnrain 5
Völlig unerwartet starb am 22. Januar Hans Weber im Beisein seiner geliebten Lebenspartnerin Trudy im Spital von Sursee.
Hans Weber erblickte das Leben am 5. Mai 1925 in Huwil, nahe am schönen Baldeggersee. Mit acht Geschwistern, einem Bruder und sieben Schwestern, ist er auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen. Die Schulen besuchte Hans in Hochdorf. Nach Abschluss der Schulzeit war es für ihn selbstverständlich, den Beruf des Landwirts zu erlernen und den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb traditionsgemäss weiter zu führen.
Nachdem er 1945 die RS als Kavallerist absolvierte, entdeckte er eine neue Leidenschaft, den Pferdesport. Beim Springreiten liebte er die Herausforderungen. In der Gesellschaft der Reitervereine und seinen Sportaktivitäten erweckte bald eine Ehrendame sein Interesse und fand seine Zuneigung. Von da an pedalte Hans nun öfters mit dem Velo nach Grosswangen. Am 2. April 1953 führte Hans Elsy Kunz vor den Traualtar. Der glücklichen Ehe entsprossen vier Kinder, Hanspeter, Edwin, Brigitte und Nesthäckchen Robi.
Die Übernahme des elterlichen Landwirtschaftsbetriebs forderte Hans sehr. Doch mit viel Ehrgeiz und Eifer und der tatkräftigen Mithilfe seiner Ehefrau Elsy bewältigte er die strenge Arbeit auf dem Hof.
Die wirtschaftliche Lage und zusätzlich gesundheitliche Probleme forderten von Hans alles. Er suchte sich einen zusätzlichen Nebenerwerb und musste nun den so geliebten Beruf des Landwirts aufgeben. Neben der Schweinezucht fand er als Lagerist bei der Haushalt AG in Hochdorf eine neue Herausforderung. Später erfüllte ihn die Arbeit bei der Firma Schindler in Ebikon. Erholung und Ausgleich fand er immer wieder im eigenen Garten im Kreise seiner Familie. Ferien kannte er damals noch nicht.
Hans liebte auch die Geselligkeit. Das Jassen und Kegeln mit seinen Kollegen und Freunden und die Volksmusik erfüllten ihn mit viel Freude. 1979 baute Hans mit mutigem Entschluss und neuen Perspektiven mit seiner Frau Elsy in Ballwil ein neues Zuhause im Sonnrain 5.
Mit der Heirat von Edwin, Hanspeter und Tochter Brigitte wurde es immer ruhiger. Doch schon bald brachten die sechs Grosskinder wieder Leben in sein Heim. Mit Begeisterung lernte er sie jassen und spielen und war immer für einen Spass bereit.
Den allzu frühen Tod seiner geliebten Gattin Elsy 1986 war ein schwerer Schicksalsschlag für ihn.
Im Auf und Ab der Gefühle, Freuden und Leiden fand Hans in Trudy Zurfluh wieder eine neue, liebe Lebens-partnerin. Mit Trudy freute sich Hans über die wertvollen Begegnungen mit vielen neuen Freunden und Bekannten wie auch über die schönen gemeinsamen Reisen.
Von der Lungenentzündung und den Herzproblemen im vergangenen Jahr erholte sich Hans gut. Einen Tag vor seinem Tod musst er allerdings wieder wegen einer Lungenentzündung ins Spital eingeliefert werden. Dieses Mal war die Krankheit stärker. Gott möge ihm nun das Wiedersehen mit seiner Gattin Elsy schenken.
Dezember 2009
Ottilia Grüter-Troxler, Heim Sonnmatt, ehemals Dorfstrasse
Ottilia war das zweitälteste der 15 Kinder von Josef und Ottilia Troxler-Käppeli vom Unterschlüssel in Hildisrieden. Sie kam am 29. März 1926 zur Welt.
1953 heiratete sie mit Alois Grütet, der auf dem Hof Aegerten aufwuchs. Im Verlauf der Jahre schenkte sie einer Tochter sowie drei Söhnen das Leben. 1962 zog die Famlie in das neu erworbene Haus ?Heimeli? an der Dorfstrasse.
Ottilia war eine leidenschaftliche Tänzerin. Den Grundstein dazu legte sie in der Trachtengruppe Hildisrieden. Ihre musikalische Vorliebe galt der Volksmusik. So mahnte sie jeweils ihre Kinder zur Ruhe, damit sie die, wie sie zu sagen pflegte, ?schöni Musig? hören konnte. Mit viel Freude war sie lange Jahre Mitglied des Frauenchörli Ballwil.
Obwohl Ottilia kein grosser Sportfan war, gab es doch Ausnahmen. Das gemeinsame Mittagessen in der Stube war normalerweise nur zu Ostern oder Weihnachten üblich. Doch, wenn ein Skirennen auf dem Programm stand, wurde das Mittagessen auch werktags kurzerhand in die Stube verlegt.
Kreuzworträtsel lösen und Jassen nahmen einen grossen Teil ihrer Freizeit in Anspruch. Den Blumengarten vor dem Haus und den Gemüsegarten hinter dem Haus pflegte und hegte sie mit viel Freude und Fleiss.
Stricken und Nähen waren weitere Hobbies von ihr. Sie nähte den Grosskindern die ersten Fasnachtsgwändli. Dazu gehörten auch die unzähligen selbstgemachten Pullover und Wollsocken für Geburtstage und zu Weihnachten.
Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2001 machte sich bald einmal ihre Demenzkrankheit bemerkbar. Dank der grossen und geduldigen Unterstützung der Nachbarn, der Spitex und des Mahlzeitendienstes konnte Ottilia etwas länger in ihrer Wohnung verbleiben. Vor Weihnachten 2005 fand Ottilia liebevolle Aufnahme im Pflegeheim Sonnmatt Hochdorf, wo sie die letzten vier Jahre fürsorglich betreut wurde. Am Dienstag, den 15. Dezember, wurde Ottilia von ihren Leiden erlöst. Kurz vor Weihnachten durfte sie in den ewigen Weihnachtsfrieden eingehen.
November 2009
Anna Feer-Bättig, ehemals Luzernstrasse 12
Frau Anna Feer lebte seit einigen Jahren im Altlersheim Sonnmatt in Hochdorf. Infolge eines Sturzes musste sie ins Kantonsspital Luzern eingeliefert werden. Im hohen Alter von 96 Jahren wurde sie in der Nacht vom 20. November von ihren Leiden erlöst.
Anna Feer-Bättig war verheiratet mit Josef Feer von der Schmitte in Ottenhusen. Als passionierte Köchin freute sie sich, ihre Familie und auch später die Grosskinder zu verwöhnen und für sie Socken und ausgefallene Jacken zu stricken. Nach dem Tod ihres Mannes 1988 wurde das Wohnhaus verkauft. Zusammen mit ihren Sohn Beat kam sie an die Luzernstrasse 12. Dort besorgte sie für ihn noch lange den Haushalt. Als für Anna Feer das Laufen immer schieriger wurde und die Altersbeschwerden zunahmen, war ein Eintritt ins Altersheim unumgänglich. Zuerst fand sie einen Platz im Altersheim Ebikon und später in der Sonnmatt in Hochdorf. Zufrieden und dankbar durfte die hochbetagte Anna hier ihren Lebensabend geniessen. Hoffen wir für sie, dass die begeisterte Köchin von Gott zum ewigen Gastmahl geladen und nun bedient wird.
November 2009
Josef Jenni-Gander, ehmals Margrethenstr. 19
Nach mehrjähriger Demenzkrankeit wurde Seppi Jenni-Gander am 15. November von seinem Leiden erlöst.
Begonnen hat sein Leben am 15. Juni 1925 in Udligenswil. Er war das dritte von fünf Kindern. Seine Eltern Albertina und Peter Jenni-Henseler ewarben sich die Liegenschaft Büel in Rain. Mit seinen beiden Brüdern Peter und Alois und den Schulkollegen erlebte er manchen Streich auf dem Schulweg. Als der zweite Weltkrieg 1939 ausgebrochen war, mussten Seppi und seine Geschwister während der Schulzeit kräftig auf dem elterlichen Bauernhof anpacken, weil der Vater in den Aktivdienst eingezogen wurde. 1944 absolvierte Seppi die Rekrutenschule in Luzern. Bereits vor dem Militärdienst zeigte sich, dass Seppi ein treffsicherer Schütze war. Diesem Sport blieb er ein Leben lang treu.
Im Restaurant Kreuz im Rain lernte Seppi seine spätere Frau Rosmarie Gander kennen. Am 10. Mai 1960 hat er sie in Gormund an den Traualter geführt. Im Verlauf der Jahre durften sie glückliche Eltern werden von Tochter Brigitte und den drei Söhnen Seppi junior, Othmar und Armin. Zusammen mit der Familie seines Bruders Alois und dessen Frau Berta bildeten sie eine tüchtige Arbeits- und Lebensgemeinschaft auf dem väterlichen Hof Büel. Auch für die Kinder der beiden jungen Familien war das eine sehr schöne Zeit. Nach neun Jahren löste Seppi den Mitpächter-Vertrag auf und gründete mit seiner jungen Familie eine eigene Existenz in Hochdorf. Er arbeitete als Heizer bei der Milchgesellschaft Hochdorf. 1970 konnte er in Ballwil ein Eigenheim erwerben. Im Milchhof Emmen fand er als Maschinenführer einen neuen Arbeitsplatz. Dort setzte er seine Arbeitskraft 16 Jahre lang, bis zu seiner Pensionierung, äusserst pflichtbewusst ein.
Die regelmässigen Freitags- und Samstagsjassrunden mit seinen Jasskollegen waren für ihn fröhliche Farbtupfer, die die arbeitsreiche Woche abschlossen und das Herz erfreute. Manchmal war es so schön, dass diese fröhlichen Runden bis in die Nacht ausgedehnt wurden. Das Spazieren durch Wälder, an Wiesen und Ährenfeldern entlang war eine grosse Leidenschaft von ihm. Jeden Sommer standen auch Bergtouren mit der ganzen Familie auf dem Programm. Mit Vorliebe ging es auf die Rigi. Als Vater war es ihm besonders wichtig, dass seine Kinder ein wertvolles Rüstzeug mit auf den eigenen Lebensweg mitbekommen konnten. Nach der Pensionierung entpuppte er sich als wahrer Hausmann.
Die letzte Etappe seines Lebens war besonders beschwerlich und Kräfte zehrend. Die Demenzabteilung und später die Pflegeabteilung des Alters-Zentrums St. Martin in Sursee waren für ihn, wie auch für seine Angehörigen, ein grosser Zufluchtsort. Am Sonntagmorgen durfte er in Anwesenheit seiner Angehörigen friedlich einschlafen. Gott möge ihm nun den ewigen Weihnachtsfrieden schenken.
August 2009
Marie Kurmann-Leu, Schlossmatte 10
Der plötzliche Heimgang von Frau Kurmann erinnert einmal mehr an die Vergänglichkeit von uns Menschen. Matthias Claudius beschreibt das mit folgenden Worten: ?Der Mensch lebt nur eine kleine Zeit. Und alle Welt vergeht mit ihrer Herrlichkeit?.
Marie Kurmann-Leu erblickte am 16. April 1924 in der Talweid, Gemeinde Hohenrain, als zweites Kind des Johann Leu und der gebürtigen Solothurnerin Berta Rippstein das Licht der Welt. 1930 zog die Familie nach Ballwil auf den Landwirtschaftsbetrieb Schloss. Dort wuchs sie zusammen mit vier Geschwistern wohlbehütet auf. Hier besuchte sie die Primar- und Sekundarschule und absolvierte ein Lehrjahr in der damaligen Haushaltungsschule Santa Maria in Zug. Von den landwirtschaftlichen Haushaltstellen in Meggen und Gunzwil blieben ihr manch schöne Erinnerungen, wovon sie mit Freuden erzählte.
Die Kriegsjahre verlangten Mithilfe der Jungen, sodass auch Marie tatkräftig auf dem elterlichen Hof mithalf. Dazu grassierte auch noch die Viehseuche mit all den schmerzlichen Auswirkungen im ganzen Kanton.
Mit Mut und Gottvertrauen versuchte man auch diese harte Zeit zu überwinden und getrost in die Zukunft zu schauen. So trat Marie bald der Trachtengruppe bei, wo sie sich zeitlebens sehr wohl fühlte.
In dieser Zeit lernte Marie Jean Kurmann von der Oberillau in Kleinwangen näher kennen. In gegenseitiger Liebe und im Wunsch auf eine eigene Familie schlossen sie im Mai 1956 in der Mutter-Gotteskapelle Gormund den Bund fürs Leben.
Von nun an blieb der Hof Schloss ihre Heimat, wo schon kurz darauf ihr erstes Kind geboren wurde. Leider mussten Marie und Jean ihre Tochter unmittelbar nach der Geburt dem Schöpfer zurückgeben. Später folgten dann drei Buben und ein Mädchen.
Die sechsköpfige Familie und zwei Angestellte versorgen ? manchmal kamen auch noch Kinder aus der Nachbarschaft hinzu ? den grossen Garten pflegen und auch im Feld mitarbeiten, da blieb nicht mehr viel Zeit übrig für Hobbies oder dergleichen.
Mit 41 Jahren bestand Sie die Fahrprüfung und konnte nun vom Velo-Solex auf den Käfer umsteigen. Dies eröffnete ihr trotz spärlicher Zeit wertvolle neue Freiheiten.
1980 zogen dunkle Wolken über das glücksvolle Familienleben auf. Bei Sohn Heiri wurde Knochenkrebs diagnostiziert. Zeiten der Hoffnung und der Zuversicht wurden in regelmässigen Abständen mit neuen Ausbrüchen der heimtückischen Krankheit jäh unterbrochen. Nach zwei Jahren wurde Heiri von seinem Leiden erlöst. Doch an diesem Schicksalsschlag hatte Marie innerlich bis zuletzt gelitten.
Kaum drei Jahre später schlug das Schicksal erneut zu. Ihr Mann erlitt völlig unerwartet einen Aorta-Kollaps und verschied innert weniger Stunden im Kantonsspital Luzern. Ihr tiefer Glaube an Gott und die Verehrung der Mutter Gottes haben ihr dabei geholfen, auch dieses Los geduldig und demütig anzunehmen.
Riesengross war schlussendlich ihre Freude, als 1990 ihr erstes Enkelkind Karin geboren wurde. Marie hatte damit wieder einen Lichtblick im Leben gefunden. Im Verlauf der Zeit kamen sechs weitere Enkelkinder dazu.
1995 zog Marie vom Bauernhaus in die neu erstellte Wohnung in der Alterssiedlung Schlossmatte ein. Dort genoss sie ihre Zeit mit lieben Kollegen und Kolleginnen der Siedlung, mit Ausflügen per Car oder Auto, mit Verwandtenbesuchen und Pilgerreisen.
Marie war immer zur Stelle, wenn es galt, jemanden zum Arzt oder sonst wohin zu chauffieren. Bis zuletzt wirkte sie auch noch in der Trachtengruppe mit, wo sie am Gibelflühfest Kuchen und Schenkeli verkaufte. In diesem Verein durfte sie heuer ihr 60-jähriges Jubiläum feiern.
An jenem Montagnachmittag stattete sie bei ihrer Schwester in Sursee einen Besuch ab. Auf dem Nachhauseweg liess sie noch das Auto reinigen und säuberte das Innere mit dem Staubsauger. Nach getaner Arbeit hörte ihr Herz unvermittelt auf zu schlagen. Gott möge ihr nun nach dieser irdischen Pilgereise den ewigen Frieden schenken.